KI-News der Woche: Gemini 4 Argon, Haiku 5.5 und Muse Spark Open
KI-News der Woche (10.–16. Oktober 2026): Gemini 4 Argon, Claude Haiku 5.5 und Fast Mode, offene Muse-Spark-Gewichte, Krea 3, OpenCode 2.0 und die Abhöraffäre bei OpenAI.
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Die KI-News der Woche: Google veröffentlicht Gemini 4 Argon, Anthropic gibt Haiku 5.5 und den Fast Mode ohne Warteliste frei, Meta legt die Gewichte von Muse Spark offen, und Krea sowie Liquid AI bringen neue Modelle heraus, die man schon jetzt nutzen kann. Dazu eine Abhöraffäre bei OpenAI und 15 Millionen Dollar für Mathematiker. Hier ist alles, was vom 10. bis 16. Oktober 2026 in der KI-Welt ganz oben gelandet ist.
KI-News der Woche: Modelle
[15. Oktober] Muse Spark Open. Meta hat die Gewichte seines 816B-Modells veröffentlicht. Was die Lizenz erlaubt und welche Hardware man braucht, habe ich in einem eigenen Beitrag beschrieben. Details im Meta-Blog.
[15. Oktober] Claude Fast Mode für Opus 5.5 ohne Warteliste. Der Modus, der Antworten bis zu 2,5-mal schneller erzeugt, hat die Research Preview verlassen, wie die Release Notes von Anthropic melden. Dasselbe Modell, schneller, dafür ein höherer Preis pro Token.
[15. Oktober] Krea 3. Ein Modell zur Bildbearbeitung: die meisten Änderungen in 2K in unter 8 Sekunden über die API, 0,06 USD pro Bild, bis zu sechs Referenzbilder. Es ist in der Beta, auch im kostenlosen Konto. Mehr in meinem Beitrag zu Krea 3 und auf der Krea-Website.
[13. Oktober] Gemini 4 Argon. Der größte Launch der Woche und der am höchsten bewertete Beitrag auf Hacker News in dieser Woche. Google beschreibt Argon als Modell „für komplexe Workflows“ in Softwareentwicklung, Büroarbeit und Cyberabwehr. Auf der Modellseite stehen viele Ergebnisse, etwa 91,9 % auf Vibe Code Bench und 77,9 % auf DeepSWE v1.1, aber nicht überall liegt es vorn: Auf Terminal-Bench 4.0 kommt es auf 57,4 % gegenüber 66,4 % bei Claude Opus 5.5, auf FrontierSWE v2 auf 55,0 % gegenüber 65,5 % bei GPT-6 Astra. Das Modell gibt es in der Gemini-App für Abonnenten von Google AI Pro und Ultra, und für Entwickler in der Gemini API und in AI Studio auf der kostenpflichtigen Stufe. Die Cyberabwehr-Funktionen stellt Google über das Programm Fairwind schrittweise vertrauenswürdigen Partnern bereit. In meinen Tests sticht es allerdings leider durch nichts hervor. :(
[13. Oktober] LFM2.5-24B-A2B von Liquid AI. Offene Gewichte, 24 Mrd. Parameter, davon etwa 2 Mrd. aktiv pro Token, 131.000 Token Kontext. Das Modell ist für lokal laufende Agenten gebaut: Laut Liquid AI dekodiert es 184 Token pro Sekunde auf einem Apple M5 Max. Die Gewichte liegen auf Hugging Face.
[10. Oktober] Claude Haiku 5.5. Anthropic nennt es das „günstigste, schnellste und leistungsfähigste kleine Modell“, das das Unternehmen je veröffentlicht hat. Preise: 0,10 USD pro Mio. Eingabe-Token und 0,50 USD pro Mio. Ausgabe-Token bei Prompts bis 100.000 Token, laut Anthropic also rund 75 % günstiger als Haiku 4.5. Es ist das erste Haiku mit einstellbarem Aufwand (Effort) in fünf Stufen. Der Sprung zeigt sich bei Agenten: 72,4 % auf OSWorld 2.1 gegenüber 15,7 % beim Vorgänger. Details auf der Modellseite.
Tools
[14. Oktober] OpenCode 2.0. Ein großer Umbau des offenen Coding-Agenten fürs Terminal: ein gemeinsamer Hintergrundprozess für Terminal-, Web- und Desktop-Client, eine neu geschriebene API, der „Code Mode“, in dem der Agent Tool-Aufrufe mit einem kleinen JavaScript-Skript verknüpft, Subagenten im Hintergrund und über 80 interne Plugins. Update: opencode upgrade --major. Achtung, Plugins aus 1.0 funktionieren in 2.0 nicht. Details in den Release Notes.
Wer dagegen lieber Claude Code nutzt: Diese Woche habe ich eine Anleitung von Grund auf veröffentlicht. ;)
Kurioses aus den Labs
Anthropic hat Git den Rücken gekehrt. In einem Engineering-Beitrag beschreibt das Unternehmen, wie die Versionskontrolle bei mehr als zehnmal so vielen täglichen Merges zum größten Engpass wurde und wie es sein Monorepo in fünf Monaten auf ein eigenes System namens Scion umgezogen hat. Scion ist weder veröffentlicht noch offen, Anthropic teilt also nur die Designprinzipien. Die Geschichte hat aber einen doppelten Boden: Die Autorin des Blogs sunshowers.io schreibt, dass das Projekt stark von ihrem System Mononoke inspiriert sei, was es gleich zweimal auf die HN-Startseite geschafft hat.
„Neuronale Netze sind sauber“. Ein Essay von Nick Cammarata von Goodfire stellt die These auf, dass die berühmten Beispiele für Polysemantizität und Superposition falsch gedeutet wurden und die meisten Neuronen nur eine Aufgabe haben. Der Autor nennt vorläufige Audits von Qwen3-32B, in denen etwa 90 % der „Pole“ von Neuronen eine Hauptfunktion haben, und schränkt selbst ein, dass die Zahlen von Schwellenwerten und kleinen Stichproben abhängen. Eine Empfehlung für Fans der Interpretierbarkeitsforschung.
Ereignisse
Abhöraffäre bei OpenAI. Am 13. Oktober hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen OpenAI-Ingenieur erhoben, der laut Ermittlern ein Aufnahmegerät im Konferenzraum der Geschäftsführung platziert haben soll. Laut SF Standard gibt das Unternehmen an, Mitarbeiter hätten das Gerät mithilfe der eigenen Modelle identifiziert und den Fall dann an das FBI übergeben, und es gebe keine Anzeichen dafür, dass Gewichte, Code oder Kundendaten abgeflossen seien. Besonders amüsant: Der angebliche „Geheimagent“ soll sehr amateurhaft vorgegangen sein (etwa indem er das ChatGPT seiner Frau fragte, wie man eine Wanze installiert). :)
15 Millionen Dollar für Mathematiker. Die Simons Foundation, Anthropic und OpenAI haben am 15. Oktober ein gemeinsames Programm angekündigt, das Forschenden helfen soll, mit KI erzielte Ergebnisse zu bewerten und Standards für ihren Einsatz zu entwickeln. Die Labs stellen dafür Tools und Rechenleistung bereit.
Frist für Entwickler, die ältere OpenAI-Modelle nutzen. Am 14. Januar 2027 verschwinden GPT-4o, GPT-4o mini und GPT-4.1 aus der API, und schon am 23. Oktober 2026 die älteren Modelle aus der vorigen Abkündigungswelle. Was man prüfen sollte und wohin man migriert, habe ich hier beschrieben.
Regulierung. Das KI-Büro hat OpenAI und Anthropic nach Vorfällen mit Agenten Auskunftsersuchen geschickt. Mehr dazu im Beitrag zur Durchsetzung des AI Act.
FAQ
Wo kann man Gemini 4 Argon ausprobieren?
In der Gemini-App, wenn man ein Abo von Google AI Pro oder Ultra hat, sowie in Google AI Studio und in der Gemini API auf der kostenpflichtigen Stufe. Einen kostenlosen Zugang hat Google bisher nicht angekündigt.
Was kostet Claude Haiku 5.5?
0,10 USD pro Million Eingabe-Token und 0,50 USD pro Million Ausgabe-Token bei Prompts bis 100.000 Token; oberhalb dieser Schwelle 0,50 bzw. 2,50 USD.
Welches dieser Modelle kann ich lokal ausführen?
LFM2.5-24B-A2B hat offene Gewichte und ist für Consumer-Hardware gebaut. Muse Spark Open hat ebenfalls offene Gewichte, aber mit 816B Parametern ist das schon Serverklasse.