Claude Code Anleitung: Installation und erste Aufgabe
Claude Code Anleitung für Einsteiger: Installation mit einem Befehl, Login, erste Aufgabe im Terminal, die Datei CLAUDE.md und die wichtigsten Befehle.
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In diesem Artikel
Diese Claude Code Anleitung führt dich von null bis zur ersten funktionierenden Sitzung: ein Installationsbefehl, Anmeldung mit deinem Claude-Konto, eine erste Aufgabe in deinem eigenen Projekt und die Datei CLAUDE.md, mit der sich der Agent die Regeln deines Projekts merkt. Du brauchst ein Terminal, ein beliebiges Code-Projekt und einen kostenpflichtigen Claude-Plan (Pro, Max, Team oder Enterprise) oder ein Claude-Console-Konto mit API-Guthaben. Das Ganze dauert eine Viertelstunde.
Ich schreibe das als Nutzer: Ich betreibe diese Website mit Claude Code, vom Code bis zur Veröffentlichung der Beiträge. Alle Befehle unten stammen aus der offiziellen Dokumentation.
Was ist Claude Code
Claude Code ist der Coding-Agent von Anthropic, und er läuft im Terminal. Anders als ein Chat antwortet er nicht nur: Er liest Dateien im Repository, bearbeitet sie, führt Befehle aus, schreibt Tests und macht Commits. Du beschreibst, was du erreichen willst, und Claude sucht selbst die richtigen Dateien und schlägt Änderungen vor.
Dieselbe Engine läuft auch außerhalb des Terminals: in VS Code und JetBrains, in der Desktop-App, im Browser unter claude.ai/code und in der mobilen App. In dieser Anleitung bleibe ich beim Terminal, weil man dort am meisten sieht.
Claude Code Anleitung: Installation mit einem Befehl
Empfohlen ist der native Installer, der sich im Hintergrund selbst aktualisiert.
macOS, Linux und WSL:
curl -fsSL https://claude.ai/install.sh | bash
Windows PowerShell:
irm https://claude.ai/install.ps1 | iex
Windows CMD:
curl -fsSL https://claude.ai/install.cmd -o install.cmd && install.cmd && del install.cmd
Der Installer zeigt keinen Fortschritt an. Wenn er fertig ist, öffne ein neues Terminalfenster und prüfe:
claude --version
Siehst du eine Versionsnummer mit dem Zusatz (Claude Code), funktioniert alles. Die Meldung, dass claude nicht erkannt wird, bedeutet meist, dass das Installationsverzeichnis im PATH fehlt; die Dokumentation hat dafür einen eigenen Abschnitt.
Alternativen: brew install --cask claude-code unter macOS und winget install Anthropic.ClaudeCode unter Windows. Diese beiden Methoden aktualisieren sich nicht selbst. Unter Windows ohne WSL lohnt es sich, Git for Windows zu installieren, damit Claude Zugriff auf Bash hat.
Anmeldung und erste Sitzung
Wechsle in dein Projektverzeichnis und starte den Agenten:
cd /pfad/zum/projekt
claude
Beim ersten Start bittet Claude Code dich, dich im Browser anzumelden. Du meldest dich mit einem Claude-Konto (Plan Pro, Max, Team oder Enterprise) oder einem Claude-Console-Konto an, also API-Zugang mit vorausbezahltem Guthaben. Die Zugangsdaten werden gespeichert, du machst das also nur einmal. Ist die Umgebungsvariable ANTHROPIC_API_KEY gesetzt, fragt Claude, ob es sie verwenden soll, und überspringt die Anmeldung.
Nach der Anmeldung siehst du einen Prompt mit Versionsnummer, Modellname und Arbeitsverzeichnis. Tippe /help, um die verfügbaren Befehle zu sehen.
Die erste Aufgabe
Fang mit Fragen an, bevor du den Agenten etwas ändern lässt. Claude liest die Dateien selbst, du musst sie nicht einfügen:
was macht dieses Projekt?
wo ist der Haupteinstiegspunkt?
erkläre die Verzeichnisstruktur
Dann eine kleine Änderung:
füge der Hauptdatei eine Hello-World-Funktion hinzu
Claude findet die richtige Datei und zeigt einen Diff. Fragt es nach Erlaubnis, bestätige. Wofür der Agent fragen muss, entscheidet der Berechtigungsmodus; du wechselst ihn mit Shift+Tab. In neueren Versionen ist der Auto-Modus Standard, in dem ein separates Klassifikator-Modell die Aktionen prüft und nur riskante blockiert.
Auch Git bedienst du in ganzen Sätzen:
welche Dateien habe ich geändert?
mach einen Commit mit einer aussagekräftigen Nachricht
erstelle einen Branch feature/quickstart
CLAUDE.md, das Gedächtnis des Projekts
Jede Sitzung beginnt mit leerem Kontext. Damit du nicht jedes Mal erklären musst, wie das Projekt gebaut wird und welche Konventionen ihr nutzt, schreib das in eine Datei CLAUDE.md im Stammverzeichnis des Repositorys. Claude liest sie zu Beginn jeder Unterhaltung.
Am schnellsten startest du mit dem Befehl /init: Claude analysiert das Repository und erzeugt eine Datei mit Build-Befehlen, Tests und Konventionen, die es selbst entdeckt. Danach ergänzt du, was sich nicht aus dem Code ablesen lässt.
Was laut Dokumentation hineingehört:
- Befehle, die Claude nicht errät (Build, Tests, Lint),
- Stilregeln, die vom Standard abweichen,
- Repository-Etikette (Branch-Namen, PR-Konventionen),
- Architekturentscheidungen und projektspezifische Fallstricke.
Was nicht hineingehört: alles, was Claude selbst aus dem Code liest, und Allgemeinplätze wie „schreib sauberen Code“. Die Dokumentation empfiehlt, die Datei unter 200 Zeilen zu halten. Längere Dateien fressen Kontext und werden schlechter befolgt.
Ein paar Fakten, die dir Sucherei ersparen:
~/.claude/CLAUDE.mdenthält deine persönlichen Regeln für alle Projekte,./CLAUDE.mddie Projektregeln, die du mit dem Team teilst, und./CLAUDE.local.mdprivate Notizen zu einem bestimmten Repository (füge sie zu.gitignorehinzu).- Die Datei kann andere Dateien mit der Syntax
@pfad/zur/dateieinbinden. - Hat das Repository bereits eine
AGENTS.mdfür andere Agenten, liest Claude Code diese stattCLAUDE.md. /contextzeigt, welche Memory-Dateien geladen wurden.
Befehle, die man kennen sollte
| Befehl | Was er macht |
|---|---|
claude |
startet eine interaktive Sitzung |
claude "Aufgabe" |
startet direkt mit einer ersten Anweisung |
claude -p "Frage" |
eine einzelne Anfrage ohne Sitzung, Ausgabe ins Terminal |
claude -c |
setzt die letzte Unterhaltung in diesem Verzeichnis fort |
claude -r |
Auswahl einer früheren Unterhaltung zum Fortsetzen |
/init |
erzeugt eine Start-CLAUDE.md |
/clear |
leert den Kontext zwischen unabhängigen Aufgaben |
/compact |
fasst die Unterhaltung zusammen, um Kontext freizugeben |
/rewind (oder zweimal Esc) |
setzt Unterhaltung und Dateiänderungen auf einen gewählten Punkt zurück |
/permissions |
Liste vertrauenswürdiger Tools, weniger Rückfragen |
Shift+Tab |
wechselt den Berechtigungsmodus, inklusive Planungsmodus |
/exit |
beenden |
Der Modus -p ist besonders praktisch in Skripten: cat error.log | claude -p "erkläre diesen Fehler" schickt die Datei direkt an das Modell.
Fünf Gewohnheiten, die den Unterschied machen
Die meisten Tipps aus den offiziellen Best Practices laufen auf eine Einschränkung hinaus: Das Kontextfenster füllt sich schnell, und damit sinkt die Qualität.
- Erst erkunden und planen, dann coden. Bei größeren Änderungen schalte den Planungsmodus ein (
Shift+Tab, bisplan mode onerscheint). Claude liest Dateien und schlägt einen Plan vor, ändert aber nichts, bis du ihn bestätigst. Bei Einzeilern ist ein Plan unnötiger Overhead. - Sei konkret. Statt „behebe den Login-Fehler“ schreib, was das Symptom ist, wo die Ursache wahrscheinlich liegt und was „behoben“ bedeutet. Dateien gibst du mit
@dateinamean. - Gib dem Agenten eine Möglichkeit, seine Arbeit zu prüfen. Tests, Build, Lint oder ein Screenshot zum Vergleich. Ohne das ist „sieht fertig aus“ das einzige Signal, und du wirst zum Tester.
- Räum den Kontext auf.
/clearzwischen unabhängigen Aufgaben. Wenn du Claude zweimal in derselben Sache korrigiert hast, fang mit einem besseren Prompt neu an. - Mach ohne Angst rückgängig. Jeder Prompt erzeugt einen Checkpoint. Geht ein Experiment schief, stellt
/rewindUnterhaltung und Dateien wieder her. Das ersetzt Git nicht, ermutigt aber zu mutigeren Versuchen.
Häufige Fragen
Ist Claude Code kostenlos?
Nein. Die Dokumentation verlangt einen kostenpflichtigen Claude-Plan (Pro, Max, Team oder Enterprise) oder ein Claude-Console-Konto, bei dem du für API-Tokens zahlst. Die aktuellen Preise stehen auf claude.com/pricing.
Läuft Claude Code unter Windows?
Ja, nativ (PowerShell oder CMD) und in WSL. Unter nativem Windows lohnt sich Git for Windows, weil der Agent dann Bash nutzt; ohne nutzt er PowerShell.
Muss ich das Terminal benutzen?
Nein. Derselbe Agent ist als Erweiterung für VS Code und JetBrains, als Desktop-App und als Browserversion verfügbar. CLAUDE.md-Dateien, Einstellungen und MCP-Server funktionieren auf all diesen Oberflächen gleich.
Worin unterscheidet sich Claude Code vom Claude-Chat?
Der Chat beantwortet Fragen. Claude Code arbeitet in deinem Repository: Es liest und bearbeitet Dateien, führt Befehle und Tests aus, macht Commits und öffnet Pull Requests. Es bekommt also eine Aufgabe, keine Frage.