Google Jules wird eingestellt: Coding-Agent verschwindet am 31. Dezember
Google Jules wird eingestellt: Ab 11. November ist der Agent nur noch lesbar, am 31. Dezember ist Schluss. So exportieren Sie Ihre Daten und wechseln.
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Am 29. Oktober hat Google Labs angekündigt: Google Jules wird eingestellt, der asynchrone Coding-Agent verschwindet. Laut dem Eintrag „Jules Turndown“ im Jules-Changelog wird der Dienst am 31. Dezember 2026 abgeschaltet, laufende Sessions können wir bis zum 11. November abschließen.
Was genau stellt Google ein?
Jules ist ein Agent, dem wir eine Aufgabe in einem GitHub-Repository gegeben haben. Er arbeitete im Hintergrund und lieferte fertige Änderungen zurück. Der erste Changelog-Eintrag, „Jules is here“, stammt vom 19. Mai 2025. Am 6. August 2025 verließ Jules die Beta, mit (laut jenem Eintrag) über 140.000 öffentlichen Commits.
2026 kamen unter anderem noch MCP-Unterstützung, das automatische Beheben von CI-Fehlern und das Modell Gemini 3.1 Pro dazu. Der Eintrag zu Gemini 3.1 Pro ist vom 9. März, der nächste ist bereits die Ankündigung der Abschaltung.
Der Zeitplan sieht so aus:
- bis 11. November 2026 funktioniert Jules normal und wir können begonnene Sessions abschließen,
- vom 11. November bis Jahresende ist Jules nur noch lesend verfügbar,
- am 31. Dezember 2026 verschwindet der Dienst.
In einer E-Mail an die Nutzer ergänzt Google Labs, dass Abonnenten von Google AI Pro und Ultra Jules nach dem 31. Dezember nicht mehr im Abo haben. Die übrigen Vorteile des Abos bleiben unverändert.
Warum wird Google Jules eingestellt?
Der offizielle Grund: Aufräumen im eigenen Portfolio. Google will, Zitat, „unify our agentic coding efforts“, also seine Arbeit an Coding-Agenten an einer Stelle bündeln. In der Ankündigung wird Jules als Experiment beschrieben, dessen Erkenntnisse in andere Google-Produkte einfließen, darunter Google Antigravity.
Antigravity ist Googles Plattform für sogenanntes „agentic development“, mit einer App zur Verwaltung vieler Agenten gleichzeitig, einer CLI, einer IDE und einem SDK. In der E-Mail zur Einstellung von Jules nennt Google Labs lang laufende Agenten, viele parallel arbeitende Agenten und geplante Aufgaben, also genau das, wofür viele Jules genutzt haben.
Wie exportiert man die Daten aus Jules?
Zuerst die gute Nachricht: Code, Branches und Pull Requests bleiben auf GitHub, aus den Repositories verlieren wir also nichts. Der Export betrifft nur das, was Jules bei sich gespeichert hat: Kontoeinstellungen, Umgebungsvariablen, geplante Aufgaben, verbundene Repositories, Memories, Setup-Skripte und den Sessionverlauf.
Laut Changelog läuft der Export so ab:
- Jules Tools installieren:
npm install -g @google/jules, - anmelden:
jules login, - im Home-Verzeichnis einen CLI-Coding-Agenten starten (Google nennt als Beispiel Claude Code) und den Export-Prompt aus dem Changelog einfügen.
Der Agent prüft die Konfiguration, startet das Export-Skript und speichert alles im Ordner ~/jules-export. Darin liegen unter anderem sources.json, user-settings.json, env-variables.json, scheduled-tasks.json und sessions.json, dazu ein eigener Ordner für jedes Repository und jede Session (mit Zusammenfassung, Aktivitätslog und Diffs).
Wer Jules mit GitHub genutzt hat, muss vor dem Export sein GitHub-Konto verbinden, sonst fehlen im Export die Daten zu den Repositories (die Datei env-variables.json enthält die Werte der Umgebungsvariablen, diesen Ordner also lokal behalten und niemals in ein Repository pushen; mehr dazu im Artikel über die Sicherheit von KI-Agenten).
Wohin wechseln, nachdem Google Jules eingestellt wurde?
Google verweist natürlich auf Antigravity. Laut der Antigravity-Preisseite kostet der Plan für Privatpersonen 0 USD pro Monat und hat grundlegende wöchentliche Limits. Google AI Pro und Ultra bieten höhere Limits und ein Kontingent an KI-Credits, Unternehmen zahlen ab 30 USD pro Platz und Monat (oder nach Verbrauch). Antigravity läuft auf macOS, Windows, Linux und Googlebooks.
Antigravity ist aber nicht die einzige Option. Wenn wir unsere Aufgaben ohnehin umziehen, ist das ein guter Moment, auch andere Agent-Harnesses auszuprobieren, z. B. Claude Code oder OpenCode.
FAQ
Wann funktioniert Google Jules nicht mehr?
Am 31. Dezember 2026. Bis zum 11. November 2026 läuft Jules normal, vom 11. November bis Jahresende nur noch im Lesemodus.
Verliere ich den Code, den Jules geschrieben hat?
Nein. Code, Branches und Pull Requests liegen auf GitHub und bleiben dort. Verloren gehen nur die Daten, die in Jules selbst gespeichert sind (Einstellungen, Memories, Sessionverlauf), es sei denn, wir exportieren sie mit Jules Tools.
Was kann Jules ersetzen?
Google empfiehlt Antigravity, das für Privatpersonen für 0 USD mit grundlegenden wöchentlichen Limits verfügbar ist. Eine Alternative sind andere Agent-Harnesses, z. B. Claude Code.