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Claude Duet: der proaktive KI-Agent von Anthropic mit Opus 5.5

Claude Duet ist der neue Agent von Anthropic: schickt morgens ein Briefing, behält Mails und Kalender im Blick und arbeitet auf eigenem Cloud-Rechner. Was er kann.

3 Min. Lesezeit

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In diesem Artikel
  1. Was ist Claude Duet?
  2. Wie arbeitet der Agent auf seinem Cloud-Rechner?
  3. Macht Duet etwas hinter unserem Rücken?
  4. Warum ist das gerade so ein Thema?
  5. Wie kann man Claude Duet ausprobieren?
  6. FAQ

Am 21. Oktober hat Anthropic Claude Duet vorgestellt, einen proaktiven KI-Agenten, der sich von selbst meldet, statt auf eine Frage zu warten. Duet läuft auf Opus 5.5, ist im Research Preview und geht vorerst über eine Warteliste an Abonnenten von Claude Pro und Max in den USA.

Was ist Claude Duet?

Auf der Produktseite heißt es, Duet sei „a proactive agent that understands what needs your attention“, also ein Agent, der weiß, was unsere Aufmerksamkeit braucht. Der Unterschied zum normalen Claude ist einfach: Claude wartet, bis wir einen Chat öffnen, Duet kommt von sich aus mit einem Morgen-Briefing und Hinweisen.

Laut Ankündigung kann Duet:

  1. jeden Morgen ein kurzes Briefing mit den wichtigsten Punkten aus den verbundenen Apps schicken,
  2. sie tagsüber alle paar Stunden prüfen (laut MacRumors) und sich nur melden, wenn etwas eine Reaktion erfordert,
  3. Aufgaben per Nachricht, Text oder Sprache annehmen: vom Vereinbaren eines Termins bis zum Bau eines Dashboards, einer Prognose, eines Prototyps oder einer Web-App,
  4. wichtige Mails und Kalendertermine markieren, Antworten entwerfen, unbezahlte Rechnungen aufspüren und die Gehaltsabrechnung zur Prüfung vorbereiten.

Spannend ist, dass alles in einem einzigen, fortlaufenden Thread passiert und nicht in getrennten Chats. Duet nutzt das Gedächtnis, die Skills und die Konnektoren, die wir im Claude-Konto schon eingerichtet haben, viel zu konfigurieren gibt es also nicht.

Wie arbeitet der Agent auf seinem Cloud-Rechner?

Duet arbeitet auf einem eigenen Rechner in der Cloud und macht deshalb weiter, wenn wir die App schließen. Laut 9to5Mac hat er außerdem einen eigenen Browser für Seiten ohne Konnektor und liefert fertige Dateien (Präsentationen, Finanzmodelle, Dashboards) im Tab Make ab. Laufende Arbeit verfolgt man im Tab Tasks, und nur der Nutzer kann eine Aufgabe als erledigt markieren.

Konnektoren und Plugins gibt es laut Anthropic über 6.000. Auf der Seite stehen unter anderem Gmail, Google Kalender, Slack, Notion, Stripe, QuickBooks, Docusign, HubSpot und Microsoft 365.

Macht Duet etwas hinter unserem Rücken?

Sollte er nicht. Bevor er eine Nachricht verschickt, eine Zahlung auslöst, ein Dokument unterschreibt oder irgendetwas löscht, fragt Duet um Erlaubnis. Laut MacRumors sieht der Agent keine Passwörter oder Zugangsdaten, und jede Nachricht prüfen ein separater Klassifikator und ein zusätzlicher System-Prompt, der vor dem Abfluss sensibler Daten schützt.

Anthropic räumt selbst ein, was noch nicht gut klappt: Duet „may misread a thread or miscalibrate what’s urgent“ (kann einen Thread falsch verstehen oder die Dringlichkeit falsch einschätzen) und kann etwas übersehen, das zwischen zwei Prüfungen eintrifft.

Warum ist das gerade so ein Thema?

Weil es der dritte Player im Rennen um proaktive Agenten ist. Meta hat Muse am 8. September gestartet, und OpenAI hat seinen Agenten Dots einige Wochen vor Duet gezeigt (laut 9to5Google). Die Duet-Seite landete auf der Startseite von Hacker News und sammelte dort in wenigen Stunden fast 300 Punkte.

Ein Agent mit Zugriff auf Mails, Kalender und Zahlungen ist aber auch ein Risiko. Vor Kurzem habe ich über das Datenleck bei Meta Muse geschrieben, bei dem geteilte Unterhaltungen das Problem waren, und über den KI-Hackerangriff auf über 100 Unternehmen. Das Freigabemodell von Duet wirkt vernünftig, der echte Test kommt aber erst mit den Nutzern.

Wie kann man Claude Duet ausprobieren?

  1. Man braucht einen Pro- oder Max-Plan und muss in den USA sein. Team- und Enterprise-Pläne sind vorerst nicht dabei.
  2. Man trägt sich auf der Produktseite in die Warteliste ein. Einladungen kommen in Wellen.
  3. Duet läuft als eigene App für iOS und Android sowie im Browser auf claude.ai.

Extra zahlen muss man für Duet nicht, er nutzt dieselben Limits wie der Rest von Claude, und auch die Prüfungen im Hintergrund und größere Aufgaben zählen dazu (9to5Mac zitiert die Warnung, dass die Limits „sooner than with chat alone“ aufgebraucht sein können, also früher als beim reinen Chatten). Wer schon jetzt ab und zu an die Limits von Opus 5.5 stößt, sollte das im Hinterkopf behalten ;)

FAQ

Ist Claude Duet in Deutschland verfügbar?

Noch nicht. Das Research Preview umfasst nur Pro- und Max-Abonnenten in den USA, der Zugang läuft über eine Warteliste.

Was kostet Claude Duet?

Einen eigenen Preis gibt es nicht. Duet ist in den Plänen Pro und Max enthalten, verbraucht aber die Limits des Plans, auch wenn er im Hintergrund arbeitet.

Was unterscheidet Claude Duet vom normalen Claude?

Der normale Claude antwortet, wenn wir einen Chat öffnen. Duet schickt von sich aus ein Morgen-Briefing und Hinweise, arbeitet auf einem eigenen Cloud-Rechner und führt einen einzigen, fortlaufenden Thread.

Auf welchem Modell läuft Claude Duet?

Auf Claude Opus 5.5.

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