Claude API Kosten: Neue API zeigt, wer wofür Tokens ausgibt
Claude API Kosten lassen sich jetzt nach Modell, API-Schlüssel, Nutzer und Produkt wie Claude Code aufschlüsseln. Was die neue Usage and Cost Analytics API kann.
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Am 29. Oktober hat Anthropic die Usage and Cost Analytics API als Beta veröffentlicht, eine neue API für Berichte über Token-Verbrauch und Claude API Kosten in der Organisation. Laut den Claude Release Notes gilt die bisherige Usage and Cost API ab diesem Tag als „Legacy“, wird aber weiterhin unterstützt.
Was ist neu bei den Berichten zu Claude API Kosten?
Die API hat zwei Endpunkte:
GET /v1/organizations/analytics/usageliefert Token- und Anfragezahlen,GET /v1/organizations/analytics/costliefert die Kosten in USD.
Am spannendsten ist, wonach wir die Daten aufteilen können. In einer einzigen Anfrage gruppieren wir die Ergebnisse nach bis zu fünf Dimensionen: Modell, Workspace, API-Schlüssel, Service-Tier, Kontextfenster, Inferenzregion, Produkt und dem sogenannten „Akteur“, also demjenigen, der die Anfrage tatsächlich gesendet hat. Akteur kann ein Nutzer sein, ein Servicekonto, eine Identität aus AWS oder Google Cloud oder, wenn es nichts davon gibt, der API-Schlüssel selbst.
Die Ergebnisse kommen als Rangliste, standardmäßig nach dem höchsten Verbrauch sortiert. Die Frage „Welche API-Schlüssel haben diesen Monat am meisten ausgegeben?“ ist also eine einzige Anfrage und kein Skript, das Daten aus mehreren Berichten zusammenklebt.
Für Claude Code gibt es ein fertiges Rezept: Die Kosten pro Nutzer liefert eine Anfrage mit products[]=claude_code&group_by[]=actor. Nach Messungen, denen zufolge versteckte Agenten-Zusammenfassungen 16–22 % der Sitzungskosten verschlingen, kommt das genau zur richtigen Zeit.
Wie sieht eine Anfrage aus?
Ein Beispiel aus der Dokumentation: der tägliche Token-Verbrauch in der ersten Septemberwoche, getrennt nach Modell.
curl --globoff "https://api.anthropic.com/v1/organizations/analytics/usage?\
starting_at=2026-09-01T00:00:00Z&\
ending_at=2026-09-08T00:00:00Z&\
time_bucket_width=1d&\
group_by[]=model&\
limit=10" \
-H "anthropic-version: 2023-06-01" \
-H "anthropic-beta: analytics-usage-cost-2026-08-24" \
-H "x-api-key: $ANTHROPIC_API_KEY"
Jede Zeile besteht aus drei Teilen: dem Zeitraum, group mit den Dimensionen und usage (bzw. cost) mit den Zahlen. In usage finden wir unter anderem Eingabe-Tokens ohne Cache, in den Cache geschriebene und aus ihm gelesene Tokens, Ausgabe-Tokens, die Zahl der Websuchen und die Zahl der Anfragen. Dasselbe gibt es auch über das SDK und die CLI ant (ant beta:organization:analytics:usage list).
Ein paar Details:
- Die Zeitintervalle sind 1 Minute, 1 Stunde oder 1 Tag, alles in UTC.
- Eine Anfrage umfasst höchstens 31 Tage, bei Minutenintervallen nur 24 Stunden.
- Die Daten reichen bis zum 1. Januar 2026 und höchstens 365 Tage zurück.
- Eine Ergebnisseite hat 1 bis 1000 Zeilen (standardmäßig 20).
Was zeigt der Kosten-Endpunkt?
Der Endpunkt /cost liefert zwei Beträge: amount, also die Kosten nach Rabatten, aber vor Abzug von Guthaben, und list_amount, also die Kosten zu Listenpreisen. Die Beträge werden in Cent mit sechs Nachkommastellen angegeben, "41280.000000" bedeutet also 412,80 USD.
Zwei zusätzliche Dimensionen, cost_type und token_type, schlüsseln die Kosten nach Token-Typen, Websuche, Codeausführung und Sitzungen auf. Sie zählen nicht zum Limit von fünf Dimensionen.
Worauf sollte man achten?
Erstens auf die Verzögerung. Die Daten werden meist innerhalb von 4 Stunden, manchmal erst nach bis zu 24 Stunden aktualisiert, während sie in der alten Usage and Cost API meist innerhalb von 5 Minuten auftauchten. Für Alarme „hier und jetzt“ sucht man sich also besser etwas anderes.
Zweitens auf Korrekturen. Die Werte können sich noch etwa 7 Tage nach Ende eines Kalendermonats ändern, die endgültigen Summen für Oktober bekommen wir also um den 7. November.
Drittens auf den Priority Tier. Anfragen im Rahmen eines gebuchten Priority Tier sind im Verbrauch sichtbar, ihre Token-Kosten liegen aber bei null, weil die Commitment-Gebühr separat abgerechnet wird.
Viertens auf den Zugang. Die API funktioniert nur für Organisationen: in der Claude Console mit einem Admin-API-Schlüssel und in Claude Enterprise mit einem Schlüssel mit der Berechtigung read:analytics. Einzelkonten können sie nicht nutzen. Sie funktioniert auch auf Claude Platform on AWS und in Claude Models on Google Cloud, mit der Authentifizierung der jeweiligen Cloud.
Ist das etwas Neues in der KI-Welt?
Kostenberichte in der Claude Console gab es schon vorher. Neu ist, dass dieselben Endpunkte und Felder sowohl Organisationen in der Claude Console als auch Claude Enterprise bedienen. Für Enterprise fällt damit auch eine Grenze weg: Die alten Berichte lieferten nur die 100 größten Gruppen pro Intervall, die neuen liefern alle.
Es ist ein weiterer Schritt von Anthropic in Richtung Ausgabenkontrolle, kurz nach den Claude smart reports, die zeigen, was ein Team mit Claude gemacht hat und was es gekostet hat.
FAQ
Wie prüft man die Claude API Kosten?
In der Claude Console auf den Seiten Usage und Cost oder programmatisch über die Usage and Cost Analytics API (Endpunkt /v1/organizations/analytics/cost) mit einem Admin-API-Schlüssel. Jede einzelne API-Antwort enthält außerdem einen usage-Block mit der Token-Zahl der jeweiligen Anfrage.
Wird die alte Usage and Cost API abgeschaltet?
Stand 29. Oktober nicht. Laut den Claude Release Notes hat sie den Status „Legacy“, wird aber weiterhin unterstützt, und die Dokumentation enthält eine Migrationsanleitung.
Wie sieht man, wie viel jeder Claude-Code-Nutzer ausgibt?
Mit dem Kosten-Endpunkt und den Parametern products[]=claude_code&group_by[]=actor. Organisationen in der Claude Console können auch die separate Claude Code Analytics API nutzen.